Was wird der Tag heute bringen? Schmuddy – den ich mittlerweile lieben gelernt habe – will das nächste Abenteuer beginnen.
Wir fahren nochmals Richtung Gunung Kawi, denn vor drei Tagen haben wir uns nicht alles angesehen. Robert wählte einen anderen Weg als beim letzten Mal durch kleine Bauerndörfer und neben Reisfelder. Eine kleine Menschenmenge ließ Robert langsamer fahren und einer der Dörfler schrie uns zu „Hahnenkampf“. Robert wollte weiterfahren, aber ich sagte, so etwas werden wir nicht mehr so schnell zu sehen bekommen. Parken und mit der Fotoausrüstung zum Reisfeld. Dort standen einige Männer mit ihren Hähnen. 2 Männer mit Hahn probieren, ob die zwei Tiere sich nicht leiden können – nein, dürften Freunde sein – ein anderer Hahn muss her uns man sehe und staune, die können sich nicht leiden. Sehr gut. Diese Tierchen sehen eigentlich sehr hübsch aus und sie werden auch ständig gestreichelt und gedrückt. Es sieht so aus, als ob die Herrchen sie lieben – bringen ja auch genug Rupien. Ein weiterer Mann holt aus seiner Tasche ein schön verziertes wie ein Buch in Seiten gelegtes Etui hervor und blättert die in rotem Samt ausgelegten Seiten durch, auf jeder dieser Seiten waren 2 kleine Messer. Er wählte 2 Messer aus und diese wurden dann je einem Hahn auf die rückwärtige Zehe mit einer roten Wolle gebunden. Dann wurden die Wetten angenommen, das war ein Tumult mit lautem Sprechen und viel Gestikulation. Wir wurden auch gefragt, aber Robert verneinte. Insgeheim habe ich einen Tipp für mich selbst abgegeben. Jetzt ging es zur Sache. Die 2 Hähne wurden gegenübergestellt ein wenig gezwickt und gezupft damit sie aggressiv werden und dann aufeinander losgelassen. Die 2 Tiere sind wie die Wilden aufeinander hergefallen, die Dörfler feuerten ihren Favoriten an. So. Einer ist nun schon verletzt. Das verletzte Tier wird aufgehoben und gestreichelt musste aber nochmals in den Ring. Die Tiere bekämpften sich nochmals und der verletzte Hahn gab auf und hinkt zu Herrchen, man kann am rechten Fuß eine große Wunde erkennen. Der muss jetzt sicherlich nie mehr in den Ring, ich glaube er kommt in die Suppe.
Wenn ich gewettet hätte, hätte ich gewonnen. Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre …
Wir gehen, die Fotos haben wir, mehr Kämpfe möchte ich auch nicht sehen, ich kaufe noch ein Getränk um etwas zu konsumieren und ab zum Tempel.
Das letzte Gunung Kawi war ein Pura = eine Bestattungsstätte und jetzt sind wir – dort wo wir eigentlich hinwollten zum Gunung Kawi dem Tempel der im javanischen Stil 10 Candis in 7 m hohen Felsnischen gebettet hat. Die Umgebung ist sehr idyllisch in einer Schlucht des Pakerisan.
Anschließend gab es Mittag essen bei einem Warung gleich neben Hauptstraße und dann führte mich Robert in den Osten nach Tenganan. Dort leben die Bali Aga, die Ureinwohner Balis, die bis heute noch ihre Traditionen durch Einhaltung strenger Regeln bewahren.
Abendesse in dem Fischerdorf Pedangbai. Ich habe einen köstlichen Fisch mit Reis und Gemüse gegessen. Einfach supergut. Ich bin glücklich.
In der Dunkelheit wieder nach Hause fahren – Robert kennt sich immer besser aus auf den Straßen aus – Pool – duschen – müde – schlafen. Es gewittert und schüttet wieder.
Wissenswertes:
Die balinesische Sprache ist wegen der unterschiedlichen hierarchischen Sprachebenen eine schwierige Sprache. Ich probiere es gar nicht, denn ein Balineser würde mir sowieso auf Englisch antworten. Denn oberflächliche Kenntnisse des Balinesischen reichen nicht, denn jedes Wort kann eine potenzielle Beleidigung sein, da der Gesprächspartner nicht weiß ob er auf Hoch- oder Niederbalinesisch sprechen soll, um die Situation zu entspannen geht man auf das Indonesische über. Das kann ich aber auch nicht.
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